Über die Ausstellung

Ost-Berlin hatte viele Gesichter: Die Metropole war Machtzentrum der SED und Schaufenster der DDR. Zugleich bot sie Raum für unterschiedliche Lebensentwürfe und eine vielfältige Kultur. Wie prägten diese Widersprüche den Alltag der Menschen und welche Erfahrungen verbanden sich damit? Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise vom Ende der 1960er Jahre bis zum Mauerfall 1989.

Museum Ephraim-Palais | Ost-Berlin - Die halbe Hauptstadt | Sonderausstellung

Der Video-Trailer zur Ausstellung

Genau 30 Jahre nach dem Mauerfall widmen sich das Stadtmuseum Berlin und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) im Museum Ephraim-Palais dem sozialen und kulturellen Leben der einstigen DDR-Metropole.  Im Mittelpunkt stehen dabei – jenseits von Nostalgie und westlicher Distanziertheit – die vielfältigen Facetten des urbanen Lebens und der Alltag der Menschen. So wird eine vergangene Stadt wieder lebendig, deren Spuren im heutigen Berlin noch sichtbar sind.

Eingang des Museums Ephraim-Palais © Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann
Das Foyer des Museums Ephraim-Palais © Stadtmuseum Berlin | Visualisierung: Thomas Meter
Assoziationen zu Ost-Berlin im Treppenaufgang zur Ausstellung © Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann
Darstellung des Fernsehturms auf den Fenstern des Treppenaufgangs © Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann
Schauplätze Ost-Berlins in Fotografien © Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann
Ausstellungsobjekte @ Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann
Fotografische Spuren Ost-Berliner Industriekultur @ Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann
Stadtmodell von Ost-Berlin in der Ausstellung © Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann

Die späte DDR-Gesellschaft war von vielen Widersprüchen geprägt, die im Alltag Ost-Berlins besonders deutlich wurden. Die DDR-Metropole war das Machtzentrum des SED-Regimes. Als Schaufenster des Sozialismus staatlich bevorzugt, besaß sie enorme Anziehungskraft und einen Hauch von Weltläufigkeit in der Enge der DDR. Zugleich bot Ost-Berlin Raum für Lebensentwürfe jenseits politischer Norm. Für Aussteiger aus der DDR war die Hauptstadt Sehnsuchtsort, West-Linke sahen in ihr eine Alternative, die politische Klasse und akademische Kreise machten hier Karriere.

Mit faszinierenden, teils erstmals gezeigten Originalobjekten, fotografischen Zeugnissen sowie Film- und Tondokumenten zeigt die Ausstellung, wie sich diese Widersprüche in der Stadt manifestierten und wie die Menschen damit umgingen. Als multimediale Entdeckungsreise führt sie in eine vergangene Stadt, deren Spuren im heutigen Berlin noch vielfach sichtbar, aber auch vom Verschwinden bedroht sind.

Jeans-Jacke mit selbstgemachter Aufschrift © & Foto: Museum Lichtenberg

MEIN OST-BERLIN

Wie viele Erinnerungen und Anekdoten stecken in einer Stadt? Privatpersonen, Sammler und Beschäftigte der Berliner Bezirksmuseen präsentieren in der Ausstellung jeweils ein Objekt, mit dem sie eine besondere Erinnerung an Ost-Berlin verbinden. Jeden Monat kommen neue Objekte und ihre Geschichten hinzu. So entsteht ein buntes, facettenreiches Bild der Stadt – eine im Laufe der Ausstellung wachsende Collage an Erinnerungen.
Besitzen auch Sie ein Objekt mit Bezug zu Ost-Berlin, das die Ausstellung um einen spannenden Aspekt bereichern könnte? Dann freuen wir uns auf ihre persönliche Geschichte! Schreiben Sie einfach direkt an mein@ost.berlin.

Berliner Studentinnen und Studenten sowie Schulklassen begleiten die historische Stadterkundung mit eigenen Projekten. Gemeinsam mit den Berliner Bezirksmuseen wird die Ausstellung zudem über das Museum Ephraim-Palais hinaus in die Stadt hineingetragen.

Eine gemeinsame Ausstellung des Stadtmuseums Berlin und des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF). Mit freundlicher Unterstützung der Lotto-Stiftung Berlin.

Das Buch zur Ausstellung
30 Essays bieten Einblicke in das Leben der Stadt und in seine Schauplätze. Die Texte erkunden soziale und kulturelle Milieus und die Arbeitswelt ebenso wie das Wohnen, die Orte städtischen Vergnügens oder subkulturelle Szenen. Nachgespürt wird auch dem Sound der Stadt, ihrem Straßenbild und ihrer offiziellen Selbstinszenierung. Der Band lädt ein, Erfahrungen aus Ost-Berlin mit Blick auf heutige Probleme der Metropole Berlin neu zu befragen.
448 Seiten, 50 Abb., 25 Euro
Weitere Informationen: Ch. Links Verlag

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