Musik

Begeben Sie sich mit 17 ausgewählten Songs von 1968 bis 1987 auf eine musikalische Reise durch Ost-Berlin und entdecken Sie dabei ein Stück Musikgeschichte der geteilten Stadt.

von Anne Franzkowiak und Albrecht Henkys

Plattencover „In der Mokka-Milch-Eisbar“
Plattencover „In der Mokka-Milch-Eisbar“ © Stadtmuseum Berlin

Thomas Natschinski & Gruppe: In der Mokka-Milch-Eisbar

Plattencover des Albums „Das war nur ein Moment“
Plattencover des Albums „Das war nur ein Moment“ © Stadtmuseum Berlin

Manfred Krug: Gestern war der Ball

Plattencover des Albums „Die Puhdys“ © Stadtmuseum Berlin
Plattencover des Albums „Die Puhdys“ © Stadtmuseum Berlin

Die Puhdys - Türen öffnen sich zur Stadt

Plattencover des Albums „Panta Rhei – Die frühen Jahre“
Plattencover des Albums „Panta Rhei – Die frühen Jahre“ © Stadtmuseum Berlin

Panta Rhei: Alles fließt

Plattencover „Veronika Fischer & Band“
Plattencover „Veronika Fischer & Band“ © Stadtmuseum Berlin

Veronika Fischer & Band: Blues Von Der Letzten Gelegenheit

Plattencover „Klaus Lenz Modern Soul Big Band“
Plattencover „Klaus Lenz Modern Soul Big Band“ © Stadtmuseum Berlin

Klaus Lenz Modern Soul Big Band

Plattencover „Reinhard Lakomy – Lacky und seine Geschichten“
Plattencover „Reinhard Lakomy – Lacky und seine Geschichten“ © Stadtmuseum Berlin

Reinhard Lakomy Ensemble: Das Haus, wo ich wohne

Plattencover „Horst Krüger-Band“
Plattencover „Horst Krüger-Band“ © Stadtmuseum Berlin

Horst Krüger-Band: Die Tagesreise

Plattencover „Modern Soul Band“
Plattencover „Modern Soul Band“ © Stadtmuseum Berlin

Modern Soul Band: Himmel und Hölle

Plattencover „Engerling“
Plattencover „Engerling“ © Stadtmuseum Berlin

Engerling Da hilft kein Jammern 1977 Germany locked

Plattencover „Wenn der Abend kommt“
Plattencover „Wenn der Abend kommt“ © Stadtmuseum Berlin

Holger Biege: Sagte mal ein Dichter

Plattencover „Über sieben Brücken“
Plattencover „Über sieben Brücken“ © Stadtmuseum Berlin

Karat: Über sieben Brücken

Plattencover „Solo Sunny“
Plattencover „Solo Sunny“ © Stadtmuseum Berlin

Regine Dobberschütz: Solo Sunny

Plattencover „Mont Klamott“
Plattencover „Mont Klamott“ © Stadtmuseum Berlin

Silly: Mont Klamott

Plattencover „Casablanca“
Plattencover „Casablanca“ © Stadtmuseum Berlin

City: Wand an Wand

Plattencover „Feeling B“
Plattencover „Feeling B“ © Stadtmuseum Berlin

Feeling B: Artig

Plattencover „Langeweile in den Augen“
Plattencover „Langeweile in den Augen“ © Stadtmuseum Berlin

Pankow: Langeweile

MUSIK AUS OST-BERLIN

Auch der „Eiserne Vorhang" konnte das Eindringen internationaler Trends in die die Rock- und Popmusik der DDR nicht aufhalten. Die dortige Musikszene jedoch unterlag staatlicher Kontrolle. Allzu heiße Rhythmen und englischsprachige Texte waren unerwünscht. Eine eigene, sozialistische Tanzmusik sollte geschaffen werden.

Beste Voraussetzung für diese gewünschte Form der Musik sahen die Kulturfunktionäre in einer soliden Qualifikation der Amateure oder zukünftigen Berufsmusiker. Erst mit deren Nachweis wurden die erforderlichen, damals so genannten „Pappen" (Spielerlaubnis und Einstufungen) erteilt. Noch bevor die Hochschule Hanns Eisler in Ost-Berlin 1978 ein Studium der Unterhaltungsmusik (U-Musik) anbot, hatte der Musikpädagoge Kurt Peukert an der Musikschule Friedrichshain eine Spezialklasse für die Bereiche Rock/Pop, Jazz, Chanson und Schlager eingerichtet. Aus dieser ging später der Fachbereich Rock und Pop hervor.

Viele Absolventen dieser Einrichtung, wie Herbert Dreilich, Tamara Danz, Dieter Birr, Toni Krahl, Veronika Fischer und Uschi Brüning, wurden zu Protagonisten einer erstaunlich erfolgreichen Entwicklung. Sie schufen mit ihren originellen, oft liedhaften Kompositionen einen ganz eigenständigen Beitrag zur deutschsprachigen Rockmusik-Geschichte.

Die vielfältigen Songtexte trafen den Nerv junger Leute, indem sie voller Poesie von alltäglichen Freuden und Nöten erzählen. Kritische Anmerkungen finden sich zwischen den Zeilen oder sind in eindrucksvollen Sprachbildern verborgen. Auch wenn in den 1980er Jahren kulturpolitische Lockerungen zu spüren waren, war es für Musikerinnen und Musiker immer noch eine Gratwanderung, sich zwischen dem eigenen Anspruch und der staatlichen Zensur bewegen zu müssen. Dennoch berühren diese Songs als Zeitbilder einer verschwundenen Welt noch heute und haben nichts von ihrer Wirkung eingebüßt.