Mein Ost-Berlin: Ulbricht-Büste

Stefanie Thalheim und die Ulbricht-Büste
Stefanie Thalheim und die Ulbricht-Büste © & Foto: Florentine Schmidtmann

Fast drei Jahrzehnte blieb es ein Geheimnis, dass sich diese Bronzebüste in unserem Familienbesitz befand. Sie stand ursprünglich im Roten Rathaus und wurde 1973 nach dem Tod von Walter Ulbricht entfernt. Mein Großvater, ein Schlosser, bekam den Auftrag, die Büste stillschweigend einzuschmelzen. Er versteckte sie jedoch in seinem Werkstattspind und nahm sie später mit nach Hause. Nachdem mein Großvater im Jahr 2004 verstorben war, fand mein Vater sie im Keller. Er schenkte sie dem Stadtmuseum Berlin. Ich war damals 15 Jahre alt und interessierte mich nicht dafür. Als ich 2017 mit meiner Arbeit im Stadtmuseum Berlin begann, sah das anders aus. Heute wüsste ich gerne, warum mein Großvater den Ulbricht aus Bronze rettete.

Die Autorin Stefanie Thalheim ist wissenschaftliche Volontärin beim Stadtmuseum Berlin.

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Mein Ost-Berlin

Wie viele Erinnerungen und Anekdoten stecken in einer Stadt? Privatpersonen, Sammler und Beschäftigte der Berliner Bezirksmuseen präsentieren in der Ausstellung und im OstBlogBerlin jeweils ein Objekt, mit dem sie eine besondere Erinnerung an Ost-Berlin verbinden. Jeden Monat kamen neue Objekte und ihre Geschichten hinzu. So entstand ein buntes, facettenreiches Bild der Stadt – eine im Laufe der Ausstellung gewachsene Collage an Erinnerungen.