Hier kommt der OstBlogBerlin

Ost-Berlin hat’s nie gegeben. Jedenfalls nicht das eine Ost-Berlin, auf das sich alle einigen könnten. Es gibt bislang kein allgemein gültiges Bild der Hauptstadt der DDR, über das Konsens besteht. Vielmehr existieren viele verschiedene Sichtweisen und Zuschreibungen: Für die einen ist Ost-Berlin vor allem das graue und grauenvolle Machtzentrum der SED-Diktatur, für andere wiederum eine farbenfrohe moderne sozialistische Metropole.

Ost-Berlin heute, Foto: Hanno Hochmuth

Viele DDR-Bürger erinnern sich an die weithin verhassten Privilegien der Hauptstadt, andere dagegen an den Schaufenster-Charakter und die kulturelle Strahlkraft Ost-Berlins. Viele assoziieren die DDR-Hauptstadt mit Unfreiheit, andere erinnern sich an die Nischen für ein nonkonformes Leben jenseits aller Marktlogiken. Die jeweiligen Lebenserfahrungen prägen die Erinnerung.

Doch Ost-Berlin gehört nicht allein den Zeitzeugen. Inzwischen leben mehrere Generationen in der Stadt, die die DDR nicht mehr bewusst erlebt haben und ihr eigenes Bild von der Stadt haben. In dieser Multiperspektivität liegt eine Chance, die wir mit unserem OstBlogBerlin ergreifen wollen. Begleitend zur Ausstellung „Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt“ kommen hier ganz unterschiedliche Sichtweisen zum Ausdruck. In unserem Blog schreiben Mitglieder des Ausstellungsteams, Studierende der Freien Universität Berlin und der Universität der Künste sowie Schülerinnen und Schüler des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums in Prenzlauer Berg.

Hier lesen Sie Geschichten aus dem Stadtraum, hier blicken Sie hinter die Kulissen der Ausstellung, hier erfahren Sie mehr über interessante Objekte. Das alles ist betont subjektiv und gibt individuelle Perspektiven wieder, an denen Sie sich ruhig stören dürfen. Denn auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer zielen wir nicht auf Einigkeit, sondern auf Einheit in der Vielfalt. Entdecken Sie mit uns Ost-Berlin und machen Sie sich Ihr eigenes Bild von der halben Hauptstadt, die es nicht mehr gibt.