Fotografien aus der Frühzeit Ost-Berlins

Aufnahmen der Stadtmitte von einem West-Berliner Musikstudenten aus dem Jahr 1957

Ruine der Nikolaikirche in Berlin
Ruine der Nikolaikirche in Berlin, 1957 © & Foto: Eginhard Teichmann

Mehr als eine Million Bilder zählt die Fotografische Sammlung des Stadtmuseums Berlin. Neben frühen Zeugnissen Berliner Fotografiegeschichte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und professionellen Stadtbild-, Architektur-, Porträt- und Ereignisfotografien kommen zunehmend auch Aufnahmen von Fotoamateuren in den Fokus der Sammlung.

Vor einiger Zeit schenkte der 1937 in Berlin geborene Eginhard Teichmann fast 100 Aufnahmen seiner Heimatstadt dem Stadtmuseum Berlin. Besonders beeindruckend sind die Bilder der noch stark vom Krieg gezeichneten Berliner Mitte aus den 1950er Jahren. Er wohnte damals in Wilmersdorf und studierte am städtischen Konservatorium Musik. Bei noch offener Grenze besuchte er Ost-Berlin mit seiner Kleinbildkamera, einer Zeiss Ikon Contina 1a. In seinen Aufnahmen sind sowohl die Ruine der Petrikirche als auch die Gebäude des Fischerkiezes zu sehen, die später im Rahmen der Umgestaltung des Stadtzentrums abgerissen wurden. Ebenso dokumentierte er die Ruine der Nikolaikirche, die zur 750-Jahr-Feier Berlins zusammen mit dem umliegenden Viertel in modifizierter Form wiederaufgebaut wurde.

Sämtliche Bilder von Eginhard Teichmann sind bereits online verfügbar und historisch kommentiert in der Sammlung Online des Stadtmuseums Berlin.

Ruine der Petrikirche, 1957 © & Foto: Eginhard Teichmann
Gasthaus „Zur letzten Instanz“ in Berlin, 1957 © & Foto: Eginhard Teichmann
Jungfernbrücke und Friedrichsgracht, 1957 © & Foto: Eginhard Teichmann
Ruine der Franziskaner-Klosterkirche in Berlin mit Blick auf das im Hintergrund liegende Amtsgericht, 1957 © & Foto: Eginhard Teichmann