Erstes Ausstellungsobjekt für Ost-Berlin

Die halbe Hauptstadt in der Restaurierung

Tisch in der Restaurierungswerkstatt des Stadtmuseums Berlin mit zahlreichen kunsthandwerklichen Gegenständen
Ein Blick in die Restaurierungswerkstatt im Depotgebäude des Stadtmuseums Berlin zeigt, dass hier sonst sehr filigrane kunsthandwerkliche Gegenstände aus edlen Materialien bearbeitet werden © & Foto: Ines Hahn

Viele Hände haben zu tun, bis eine Ausstellung eröffnet werden kann. Eines der ersten Ausstellungsobjekte, das für die Ost-Berlin-Ausstellung vor neun Monaten in die Restaurierungswerkstatt des Stadtmuseums Berlin kam, ist heute in der Ausstellung installiert worden.

Es ist eine original Ost-Berliner Fußgängerampel. Da ich sie persönlich von ihrem letzten Lagerungsort in der Sültstraße in Prenzlauer Berg abgeholt habe, kenne ich ihr stolzes Gewicht. Etwa 1 000 Meter habe ich die 14 Kilogramm zur Straßenbahn getragen, die mich und die Ampel dann zum Nikolaiviertel und ins Ephraim-Palais brachte.

Es handelt sich um eine Ampel jenes Typs mit dem sympathischen Ampelmännchen, wie sie seit 1970 in Ost-Berlin und der ganzen DDR im Dienst waren. Dieses Exemplar war nach seiner Demontage 1990 aus dem Schrott gerettet worden. Danach war das Erinnerungsstück einige Jahre als Außenwerbung der Eckkneipe „Zum Ampelmännchen“ in der Bernhard-Lichtenberg-Straße in Betrieb und winkte den Gästen ihren Weg. Im Zuge des Ost-Berliner Kneipensterbens gelangte sie in jenen Keller eines Mietshauses aus den 1930er Jahren, aus dem ich sie befreite. Leider hat sie inzwischen etwas Rost angesetzt und auch die Elektrik funktioniert nicht mehr. Das soll sich bis zur Ausstellungseröffnung ändern.

Was diese Ampel mit der Greifswalder Straße zu tun hat und was es mit dem Ampelmännchen und seinem Erfinder auf sich hat, erzählt die Ausstellung im Abschnitt „Ost-Berlin erfahren“.

Metallrestauratorin Marina Fümel unterzieht die Ampel einer ersten Sichtung in der Restaurierungswerkstatt des Stadtmuseums Berlin © & Foto: Ines Hahn
Hier ist das beliebte Ampelmännchen sichtbar. Nach Protesten in den 1990er Jahren gegen den Austausch des Ost-Ampelmännchens gegen seinen westdeutschen Bruder sind inzwischen beide Männchen gleichberechtigt in Berlin zu sehen © & Foto: Ines Hahn
Die Arbeit an den Objekten erfordert Sachkenntnis historischer Techniken, Geduld, Fingerspitzengefühl und feines Gerät © & Foto: Ines Hahn