Eine Spurensuche in der Hosemannstraße 14

In Ost-Berlin war eine politische Aktivität unter den Jugendlichen kaum wegzudenken. Die bekannteste Jugendorganisation in der DDR war die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die sich auch in der Hosemannstraße 14 – unweit der Greifswalder Straße – ansiedelte.

Jugendliche mit Fahnen zum Kampfappell der FDJ zur Ehrung der Widerstandskämpfer anlässlich des 50. Jahrestages der Machtergreifung der Nationalsozialisten, Prenzlauer Berg um 1983
Kampfappell der FDJ zur Ehrung der Widerstandskämpfer anlässlich des 50. Jahrestages der Machtergreifung der Nationalsozialisten, Prenzlauer Berg um 1983 © Archiv des Museums Pankow | Foto: Gerd Danigel

Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) war ein kommunistischer Jugendverband und zudem die einzig anerkannte Jugendorganisation in der DDR. Sie sollte zur Erziehung Jugendlicher auf der Grundlage des Wissenschaftlichen Kommunismus dienen. Mit dem 14. Lebensjahr traten die Jugendlichen in der DDR in die FDJ ein. Im Jahr 1981 gab es offiziell 2,3 Millionen Mitglieder.

Die FDJ war nicht nur im Schulwesen, sondern auch in der Freizeitgestaltung der Jugendlichen aktiv. Es wurden Festivals und Sportveranstaltungen organisiert, um die Jugendlichen auch in ihrer Freizeit zu kontrollieren und zu leiten. Das gemeinsame Leben mit der Organisation war für viele junge Menschen kaum wegzudenken. In vielen Lebensbereichen wirkte sie sich auf das Leben der Jugendlichen aus. Sogar bei wichtigen Besuchen und Zeremonien in der DDR waren FDJ-Mitglieder dabei.

FDJ-Veranstaltungen zur "Woche der Jugend und Sportler" vom 28.6.-4.7.1965 im Prenzlauer Berg © Archiv des Museums Pankow
"Mach-mit-Einsatz" der FDJ auf einem Hinterhof im Bereich des Arnimplatzes, Prenzlauer Berg 1976 © Archiv des Museums Pankow | Foto: Volkkard Kühl
Kampfappell der FDJ zur Ehrung der Widerstandskämpfer anlässlich des 50. Jahrestages der Machtergreifung der Nationalsozialisten, Prenzlauer Berg um 1983 © Archiv des Museums Pankow | Foto: Gerd Danigel
Übergabe eines FDJ-Ausweises im Traditionskabinett des "Antifaschistischen Widerstandskampfes Prenzlauer Berg", um 1988 © Archiv des Museums Pankow | Foto: Bernd Heinz
Berlin, 750-Jahr-Feier, Festumzug, tanzende FDJ-Mitglieder, 04.07.1987 © Bundesarchiv (183-1987-0704-089) | Foto: Rainer Mittelstädt

Das Haus in der Hosemannstraße 14 wurde von 1939-1941 in der Zeit des Nationalsozialismus erbaut und diente bis zum Jahr 1945 der Hitlerjugend als zentrales Jugendheim. 1945 wurde es von den Besatzungsmächten eingenommen und zum Amtsgericht Prenzlauer Berg umfunktioniert. Noch im selben Jahr wurde das Gebäude zum Gesundheitszentrum Prenzlauer Berg. Ab 1946 wurden dann die ersten Räume von der FDJ genutzt und ab Oktober 1947 wurde das Haus zum Sitz des Stadt- und Landesvorstands der FDJ.

Das Haus Hosemannstraße 14 im Prenzlauer Berg, 2018
Hosemannstraße 14, Prenzlauer Berg 2018 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Schüler

Im Mai 1950 diente das Gebäude in der Hosemannstraße als zentraler Treffpunkt und Organisationszentrale der FDJ. Ab Februar 1951 zog der Landesvorstand der Freien Deutschen Jugend in die Straße Unter den Linden um. Das Haus wurde weiterhin als Verwaltungsgebäude der Organisation genutzt. Ab Juli 1955 wurde es dann als Kultureinrichtung und ab 1962 als Jugendklub der FDJ genutzt. Ende des Jahres 1962 wurde das Gebäude in der Hosemannstraße 14 zum Sitz des Radioklubs der DDR. Die FDJ zog sich aus dem Haus zurück. Heute wird das Gebäude von der Firma WeTeK als Medienzentrum Pankow genutzt.

Der Autor Hamza ist Schüler der 12. Klasse am Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium in Berlin und nahm am Kooperationsprojekt „Greifswalder Straße“ teil.

Quellen