Der schönste Blick auf den Fernsehturm

Blick durch die beiden Türme des Frankfurter Tors auf den Fernsehturm
Blick durch die beiden Türme des Frankfurter Tors auf den Fernsehturm © & Foto: Pola van den Hövel

Seit drei Jahren wohne ich in Friedrichshain und jedes Mal, wenn ich den Fernsehturm zwischen den Türmen des Frankfurter Tors erblicke, muss ich automatisch lächeln. Der Anblick dieses Ensembles ist einfach sehenswert. Doch seit wann steht das Frankfurter Tor eigentlich? Und wieso heißt es überhaupt Frankfurter Tor?

Was die Namensgebung betrifft, bezieht sich diese auf das alte Frankfurter Thor der Berliner Zoll- und Akzisemauer, das sich einige hundert Meter von dem heutigen Standort der Türme des Frankfurter Tors entfernt befand. Es wurde 1716, anfangs noch aus Holz, erbaut und 1867 abgerissen. Ich wollte den ehemaligen Standort des Tors aufsuchen, aber heute ist dort kaum noch etwas zu erkennen, was an den ursprünglichen Ort erinnert.

Die überdurchschnittlich breite Karl-Marx-Allee, auf der sich das Frankfurter Tor heute befindet, galt als Prachtstraße Ost-Berlins. Sie war nicht nur für den städtischen Verkehr vorgesehen, sondern sie sollte dem Hauptstadtanspruch Ost-Berlins gerecht werden und ebenso repräsentative Zwecke erfüllen. Außerdem fanden hier beispielsweise an Jahrestagen und Jubiläen Aufmärsche und Paraden statt.

Erst im November 1957 wurde der heutige Platz Frankfurter Tor im Zuge der Neubebauung nach dem Zweiten Weltkrieg neu benannt und erinnert seitdem an die Stadt Frankfurt (Oder). Es ist heute kein richtiges Tor an diesem Ort zu sehen, vielmehr spiegelt sich dieser Teil des Namens in der Architektur der Gebäude an der Westseite des Platzes wider. Diese sind symmetrisch angeordnet und wirken durch ihre Höhe wie Stadttore. Die zwei Turmhochhäuser mit Kuppel sind in ihrer Form den Kuppeln am Gendarmenmarkt nachempfunden. Die beiden Türme bilden einen der Mittelpunkte des architektonischen Ensembles der Karl-Marx-Allee. Sie wurden vom Architekten Hermann Henselmann entworfen, der 1953 als Sieger aus einem Architektur-Wettbewerb für dieses Projekt hervorging. Dabei orientierte er sich bei der Gestaltung stark an der Schinkelschule.

Wenn Sie mehr über ähnliche Orte herausfinden und weitere Infos zu architektonischen Highlights Ost-Berlins erfahren wollen, besuchen Sie die Ausstellung Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt im Museum Ephraim-Palais.