Das Café Moskau – ein Kultobjekt auf der Karl-Marx-Allee

Heute kann man in Berlin gefühlt Essen und Spezialitäten aus allen Nationen probieren. In den meisten Stadtteilen gibt es italienische, vietnamesische oder auch nepalesische  Restaurants. In Ost-Berlin sah dies jedoch noch ganz anders aus. Deswegen werfen wir einen Blick auf die ehemaligen Spezialitätenrestaurants in Ost-Berlin.

Zu sehen ist das ehemalige Gebäude des Spezialitätenrestaurants „Moskau“ auf der Karl-Marx-Allee
Das Spezialitätenrestaurant „Moskau“ auf der Karl-Marx-Allee, 18.03.2019 © & Foto: Pola van den Hövel

Die kulinarische Welt der Bewohner*innen in Ost-Berlin war begrenzter als im heutigen Berlin. Die einzigen akzeptierten Staaten waren verbrüderte, sozialistische Staaten. Es war nur möglich, in diese zu reisen, wenn man als Bewohner*in Ost-Berlins bestimmte Voraussetzungen erfüllte.

Aber auch ohne das nötige Kleingeld für diese Reisen konnte man in Ost-Berlin die typischen Landesküchen der verbrüderten Ost-Staaten testen. Dafür wurden in den 1950er Jahren vom DDR-Handelsverband sieben Restaurants eröffnet: Moskau, Budapest, Warschau, Bukarest, Sofia, Praha und Morave (ein Weinrestaurant benannt nach dem serbischen Fluss). Durch die Möglichkeit, die landestypischen Küchen zu testen, sollten den Bewohner*innen Ost-Berlins diese Länder und deren kulturelle Bräuche nähergebracht werden. Gewährleistet wurde dies beispielsweise auch durch Kellner*innen aus den jeweiligen Nationen.

Besonders hervorheben möchte ich das Café Moskau auf der Karl-Marx-Allee. Denn noch heute sind die Fassade und der Schriftzug des Hauses erhalten, es wird jedoch nicht mehr als Restaurant mit russischer Küche genutzt. Von 1961 bis 1964 erbaut, hatte es rund 600 Gaststättenplätze. Auf dem Dach war ein Modell des Sputniks platziert, das noch heute zu sehen ist und das Gebäude in seiner Einzigartigkeit unterstützt. Der Eingang des Objekts wird durch das Mosaik „Aus dem Leben der Völker“ vom Maler Bert Heller verziert. Im Café Moskau arbeiteten rund 160 Angestellte meist russischer Herkunft und versorgten die Besucher*innen mit landestypischer russischer Küche.

Auf der ehemaligen Prachtstraße Ost-Berlins, der Karl-Marx-Allee, lagen auch andere Spezialitätenrestaurants, wie das Café Warschau, das polnische Küche vertrieb, oder das ungarische Restaurant Budapest.
Die internationalen Gaststätten waren sehr beliebt in der Bevölkerung und wurden vor allen Dingen dank ihrer ungewöhnlichen Menüs bekannt. Sie waren jedoch  durch ihre erhöhte Preisklasse nicht für jede*n erschwinglich, weswegen hier auch die Eliten der DDR oder Gäste aus West-Deutschland der internationalen Küche frönten.

Die Restaurants mussten nach der Wende jedoch aufgrund von Gästemangel schließen. Die meisten ehemaligen Räumlichkeiten werden heute als Tagungsräume, Nachtclubs oder auch von anderen Restaurants genutzt.