Ausstellungstipp: Der Infopfad „Achtung Grenze“ in Potsdam

Achtung Grenze – Das Sperrgebiet der DDR in Potsdam 1961–1989

Blick auf die DDR-Sperranlagen im Neuen Garten, ca. 1985
Blick auf die DDR-Sperranlagen im Neuen Garten, ca. 1985 © Potsdam Museum

Der Bereich zwischen der Glienicker Brücke und dem Cecilienhof im Neuen Garten zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Potsdam. Nur wenige Spuren erinnern heute noch daran, dass hier einst die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin verlief. Seit April 2019 verweist ein Geschichtspfad mit acht Stelen auf die Geschichte des ehemaligen DDR-Sperrgebiets.

Jährlich erkunden Tausende Menschen zu Fuß oder auf dem Rad die UNESCO-Parklandschaft am Rande Potsdams. Dass hier früher DDR-Grenzposten patrouillierten, lässt sich kaum noch erahnen. Das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und der Verein Erinnerungsorte Potsdamer Grenze e.V. haben deshalb gemeinsam eine Ausstellung entwickelt, die an die Geschichte des ehemaligen Grenzraumes erinnert. Der Info-Pfad mit dem Titel „Achtung Grenze – Das Sperrgebiet der DDR in Potsdam 1961–1989“ erläutert den Alltag im Grenzgebiet, schildert Fluchten und beschreibt die Besonderheiten des Wasser-Grenzübergangs Nedlitz, dessen Postenturm eines der wenigen Relikte der DDR-Grenze in diesem Bereich ist. Bisher zum Teil unveröffentlichte Fotografien und Pläne zeigen, wie die heutige Idylle einst von einem „Todesstreifen“ durchzogen war.

Bei der Eröffnung sprechen Prof. Dr. Frank Bösch und die Staatsministerin Dr. Ulrike Gutheil mit einer Zeitzeugin
Bei der Eröffnung sprechen Prof. Dr. Frank Bösch und die Staatsministerin Dr. Ulrike Gutheil mit einer Zeitzeugin © & Foto: Marion Schlöttke

Ergänzende Informationen und eine interaktive Karte des Areals bietet die Website www.grenze-potsdam.de. Neben weiteren Fotos und Texten in deutscher sowie englischer Sprache finden sich hier auch Audio- und Videomaterialien über das ehemalige Grenzgebiet. Wer vor Ort auf Entdeckungstour gehen möchte, kann die kostenlose App „Die Berliner Mauer“ nutzen: Sie bietet eine Route mit zwölf Stationen zwischen der Glienicker Brücke und der Bertinistraße und bettet die Geschichte dieses Grenzabschnitts in den historischen Kontext der deutschen Teilung ein.

Der Info-Pfad entstand in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Potsdam und wurde vom brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Grenzsicherungsanlagen in der Bertinistraße in Potsdam im Februar 1990

Grenzsicherungsanlagen in der Bertinistraße in Potsdam im Februar 1990 © Videohai02

Der Infopfad ist ganzjährig zugänglich. Ein gemütlicher Spaziergang auf den knapp zwei Kilometern von der Glienicker Brücke (Station 1) bis zur Bertinistraße (Station 8) dauert ca. 60 Minuten.