Actionbound: Zeitlimits, Punktabzüge und Selfies (#9)

Der Bound-Creator mit seinen vielen Möglichkeiten ist heute unser Hauptthema.

Jugendliche arbeiten an einem Computer, 2018 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Die Jugendlichen erstellen erste Aufgaben im Bound-Creator, 2018 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Noch bevor die Klingel zum Stundenbeginn ertönt, starten die meisten Jugendlichen ihren Computer im Informatik-Raum. Den Tatendrang muss ich anfangs aber nochmal bremsen. Nach den Ergebnissen der letzten Woche möchte ich zunächst den Bound-Creator und seine Funktion zusammen mit den Jugendlichen anhand der bisherigen Recherchen erläutern. Schließlich ist er unser zentrales Tool für die nächsten Wochen. Vor allem sollen die Jugendlichen für die verschiedenen Aufgabentypen und möglichen Aktionsformate sensibilisiert werden. Die später auf dem Smartphone oder Tablet spielbaren Rallyes bestehen aus einzelnen Seitenelementen.

Die Bildschirmoberfläche des Bound-Creators von Actionbound zeigt einzelne Seitenelemente, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Ein Bound besteht aus aufeinanderfolgenden Seitenelementen und Aufgabentypen, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Neben der grundlegenden Information gibt es zum Beispiel das Quiz, die Aufgabe und die Umfrage. Erstere bietet die Möglichkeit, Text, Bilder und Audio sowie Videos einzubinden. Sie eignet sich für den Anfang – die Verbindungen der einzelnen Orte und Stationen – sowie das Ende der Bounds. Weiter geht’s mit dem Quiz. Zuerst wird eine Frage formuliert, wie „Weißt du, aus wie vielen Bezirken Ost-Berlin in der Zeit von 1968 bis 1989 bestand?“. Wählbar sind nun verschiedene Antworttypen, so unter anderem Multiple-Choice, Zahl schätzen und die Lösungseingabe. Letztere ist vor allem sinnvoll, wenn die Antwort – eine Zahl oder ein Name – beispielsweise auf einer Hinweistafel in der unmittelbaren Umgebung gefunden werden kann. Optional lässt sich hier auch noch ein Zeitlimit einfügen oder Punkteabzug bei falscher Antwort festlegen – beides ist sehr beliebt bei den Jugendlichen.

Bei einem Quiz-Element können unter anderem Antworttyp, Punkteabzug und Zeitlimit festgelgt werden, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Jedes Seitenelement hat individuelle Einstellungsmöglichkeiten, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Aufgabe und Umfrage funktionieren ein bisschen anders. Hierbei handelt es sich um Formate, die mehr Spielraum ermöglichen. Hier geht es nicht um „richtig“ oder „falsch“. Auf eine Frage oder Aufforderung kann eine Texteingabe oder das Aufnehmen eines Schnappschusses oder von Audio- bzw. Videomaterial vor Ort folgen. Die Jugendlichen dachten dabei an „Mache ein Selfie vom Fernsehturm“ oder „Wie gefällt dir der Brunnen der Völkerfreundschaft?“.
Erfreulicherweise half die erneute Beschäftigung mit dem Bound-Creator den Jugendlichen direkt. Ihre ersten Fragen zu den gewählten Orten konnten sie anhand der Fotos und recherchierten Informationen gleich weiterentwickeln. Für die nächste Hausaufgabe gab dies auch Denkanstöße. Bei ihrem zweiten selbstständigen Stadtgang zu ihren Orten sollen in Gruppen erneut fünf Aufgaben aus dem Kontext vor Ort formuliert werden.

In der nächsten Sitzung stellen sich die Jugendlichen dann ihre Aufgaben und Ideen gegenseitig vor und diskutieren darüber. Ich bin schon gespannt auf die ersten testbaren Elemente aus den Bounds.

Ab sofort sind die Stadtrallyes zu Ost-Berliner Orten damals und heute spielbar. Weitere Information und die QR-Codes zum Herunterladen findet ihr hier.