Actionbound: Von Menschen und Orten (#5)

Mit historischem Filmmaterial geht unsere theoretische Vorbereitung auf das Thema Ost-Berlin weiter.

Klassenzimmer mit Schülerinnen und Schülern, 2018 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Die Projektgruppe beim Auswerten der Filme, 2018 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Zuerst zeigen wir den Jugendlichen eine Aufnahme vom 4. Oktober 1990 – also einen Tag nach der Wiedervereinigung. Grundschulkinder aus zwei Berliner Schulen kommen darin zu Wort. Die einen aus Tempelhof (ehemaliges West-Berlin) und die anderen aus Mitte (ehemaliges Ost-Berlin). Die Szenen wirken eindrücklich auf die heutigen Jugendlichen, legen sie doch die unterschiedlichen „Weltbilder“ und die Sozialisation in der DDR und der Bundesrepublik offen. Sie sind überrascht von der Ausdrucksweise, den verwendeten Begrifflichkeiten und den angesprochenen Themen. Zum Beispiel sahen die Ost-Berliner Kinder Arbeitslosigkeit als neue Gefahr für ihre Eltern. Auch gespaltene Meinungen zur deutschen Einheit und Widersprüche in Identitätsfragen werden anhand der Aussagen im Film deutlich.
Mit vielen dieser Themen sehen wir uns auch heute noch konfrontiert! Deswegen haben wir auch das Ziel, mit unseren Bounds die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen.

Zwei Arbeitsbätter mit Fragen handgeschriebenen Notizen, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Meine Arbeitsblätter - ich schreibe beim Schauen der Filme auch nochmal mit, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Für unsere Filmbeispiele habe ich ein Arbeitsblatt mit Fragen vorbereitet: Welche Orte werden gezeigt und genannt? Welche Themen werden angesprochen? Und wer wird interviewt?
Als zweites schauen wir eine ZDF-Dokumentation aus dem Jahr 1978. Diese zeigt viele bekannte, aber auch weniger bekannte Orte der „Hauptstadt der DDR“. So bekommen die Jugendlichen einen Eindruck davon, wie der Ostteil der Stadt vor 40 Jahren ausgesehen hat. Besonders interessant sind die Interviews mit den Bürger*innen aus der Ost-Berliner Stadtgesellschaft. Sie erzählen von Eigenheiten, Erfolgen, aber auch Missständen in der sozialistischen Großstadt. Den Schüler*innen fallen die oftmals einstudiert wirkenden Aussagen der Interviewten auf. Genauso bemerken sie aber die westdeutsche Sicht auf die Verhältnisse in Ost-Berlin, die immer wieder durchscheint.

DDR Dok. “Ost-Berlin 1978“ (43 Min.)

Fernsehbericht des ZDF-Journalisten Dirk Sager aus dem Jahr 1978 über den Alltag in Ost-Berlin und Interviews mit Bürgern und Prominenten © ZDF | Quelle: YouTube

Unser anschließendes Brainstorming zu den im Film gezeigten Orten und besprochenen Themen ist sehr ergiebig. Darauf können wir in der nächsten Sitzung aufbauen, wenn wir unter anderem mit historischen Karten von Berlin arbeiten.

Ab sofort sind die Stadtrallyes zu Ost-Berliner Orten damals und heute spielbar. Weitere Information und die QR-Codes zum Herunterladen findet ihr hier.