Actionbound: Feedback und Ausblick (#13)

Es ist unsere letzte Sitzung in der Schule: Eine Evaluation des Projektes ist mir sehr wichtig. Den Jugendlichen können noch letzte kleine Änderungen an den Bounds vornehmen.

Jugendlichen sitzen in einem Klassenzimmer und füllen den Feedbackbogen aus, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Die Jugendlichen füllen den Feedbackbogen aus, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Etwas „schulischer“ als in den letzten Wochen wird es heute nochmal. Zuerst verteile ich einen Feedbackbogen an alle. Da es sich um mein erstes Projekt als Hauptverantwortlicher handelt, möchte ich gerne ein paar Meinungen dazu über einen anonymisierten Feedbackbogen sammeln. Ich formuliere insgesamt 27 Aussagen in verschiedenen Bereichen Über eine 4er-Skala frage ich nach dem Grad der Zustimmung. Was bei der Auswertung rausgekommen ist, erfahrt ihr im Folgenden.

Bei „Lehrerin und Pädagogen“ frage ich zum Beispiel die Unterstützung bei Themenwahl und Problemen, aber auch nach den Freiheiten bei der Bearbeitung, ab. Hier zeigen sich die meisten Jugendlichen zufrieden. Nur einige wenige sehen bei der Unterstützung der Themenwahl Verbesserungsbedarf. Ich glaube, dass ich die Mischung aus Wahlmöglichkeiten und Vorgaben bei einem so umfangreichen Thema wie „Ost-Berlin“ in Zukunft verbessern kann.

Die erste Seite des Feedbackbogens mit einer 4er-Zustimmungsskala, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Die erste Seite des Feedbackbogens, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Auf die Aussage „Die Hausaufgaben halfen mir bei der Bearbeitung unseres Bounds“ erhalte ich gemischtes Feedback. Eigentlich dienten die Hausaufgaben meistens der Vorbereitung auf die Sitzung. Zum Beispiel das Besuchen der von den Jugendlichen selbst ausgewählten Orte. Die dort gemachten Fotos und Notizen sollten als Orientierungshilfe beim Entwickeln der Aufgaben am PC dienen. Genauso verhält es sich mit dem gegenseitigen Testen und anschließendem Feedback von einer anderen Gruppe.

Besonders gespannt war ich auf die Antworten zu den Aussagen „Das Projekt...“ „...gefiel mir besser als der normale Geschichtsunterricht“ und „...hat mich neugierig gemacht, mehr über das Thema (Ost-Berlin) zu erfahren“. Beiden Aussagen wurde von mehr als zwei Drittel der Jugendlichen zugestimmt. Diese Tatsache erfreute mich sehr und bestärkt mich für weitere Schülerprojekte.
Letztere Aussage konkretisierte ich und ermittelte so ein grundsätzliches Interesse an Museen und anderen Kultureinrichtungen, wenn es um das Thema Ost-Berlin/DDR geht. Auch hier stimmten zwei Drittel der Jugendlichen zu.

Auf der zweiten Seite des Feedbackbogens können die Jugendlichen auch noch eigene Bemerkungen eintragen, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Die zweite Seite des Feedbackbogens, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann

Der fünfte Bereich beschäftigte sich mit der App Actionbound. Hier formulierte ich zwei ähnliche Aussagen, die aber unterschiedliche Stoßrichtungen haben. Nr. 24 lautete: „Die App Actionbound...hat mir geholfen, das historische Thema besser zu verstehen.“ Zustimmung (53%) und Ablehnung (47%) hielten sich hier beinahe die Waage. Im Nachhinein denke ich, dass diese Frage besser in den Bereich „Projekt“ gepasst hätte. Ein anderes Ergebnis bot die Auswertung der Aussage, ob Actionbound eine gute Möglichkeit zur spielerischen Vertiefung von historischen Inhalten sei: 88% stimmten hier zu. Hier zeigt sich meiner Meinung nach die Reflexion und positive Evaluation unserer Projektarbeit bei den Jugendlichen. Zuerst meint es die Auseinandersetzung mit Themen über die selbstständige Suche von dazugehörigen Orten. Der zweite Schritt ist die Aufbereitung der Inhalte für die späteren NutzerInnen. In einem spielerischen Zusammenhang müssen die Inhalte knapp, aber verständlich vermittelt werden. Die Motivation dazu erzeugen meiner Meinung nach die verschiedenen Funktionen im Bound-Creator und die Möglichkeit, die eigenen Bounds zu testen.
In einem letzten Feld gab ich den Jugendlichen die Möglichkeit, in Form von Freitext „weitere Bemerkungen“ zu unserem Projekt zu äußern. Einigen wenigen fehlten Diskussionen oder mehr zur Politik im Rahmen unseres Themas. Andere hätten gerne noch eine Exkursion gemacht oder mehr Zeit gehabt, um noch tiefer in Actionbound einzutauchen.

Insgesamt blicke ich auf eine erfahrungsreiche Projektphase zurück. Mir hat es sehr viel Freude bereitet, die Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer Rallyes zu unterstützen. Ich konnte so die Vor- und Nachteile eines partizipativen Schülerprojektes erfahren. Innerhalb eines festen Rahmens so viel Freiheit wie möglich geben – so lautet meine Devise.

In meinem letzten Artikel gebe ich einen kleinen Rückblick auf die Ausstellungseröffnung von Anfang Mai 2019. Dort präsentierten einige der Jugendlichen die fertigen Rallyes. Seid gespannt!

Ab sofort sind die Stadtrallyes zu Ost-Berliner Orten damals und heute spielbar. Weitere Information und die QR-Codes zum Herunterladen findet ihr hier.